eBill ist nicht die digitale Variante der QR-Rechnung, sondern ein eigener Zustellweg. Die QR-Rechnung ist der Zahlteil auf Ihrem Beleg; eBill bringt die ganze Rechnung direkt ins E-Banking Ihrer Kundschaft – «genau dort, wo Sie diese auch bezahlen». Deshalb stehen die beiden in unserem Vergleich als zwei getrennte Zeilen: Ein Programm kann das eine beherrschen und das andere nicht.
Wie gross das Netz ist
eBill wird von SIX betrieben, demselben Unternehmen, das die Standards für den Schweizer Zahlungsverkehr pflegt. Nach Angaben von SIX sind über vier Millionen Nutzerinnen und Nutzer registriert, und 95 % der Schweizer Finanzinstitute sind an die eBill-Infrastruktur angeschlossen. Für Rechnungen an Privatpersonen ist das der breiteste digitale Kanal, den die Schweiz kennt.
Was Sie als Rechnungssteller brauchen
Der entscheidende Satz steht auf der eBill-Seite für Geschäftskunden:
«Die Anbindung an die eBill-Infrastruktur von SIX ist nur über einen zertifizierten Netzwerkpartner möglich.»
Sie senden also nicht direkt an eBill, sondern über einen Partner. In der Praxis sind das drei Schritte:
- Netzwerkpartner wählen. SIX führt eine Liste der zertifizierten Anbieter; die Konditionen unterscheiden sich, ein Vergleich lohnt sich.
- Software anbinden. Die Rechnungen gehen «direkt aus der Fakturierungssoftware» raus – entweder weil Ihr Programm eine eBill-Anbindung mitbringt oder weil Ihr Netzwerkpartner eine Schnittstelle dafür anbietet.
- Kundschaft informieren. Ihre Kundinnen und Kunden müssen Sie in ihrem E-Banking als Rechnungssteller hinzufügen; vorher erhalten sie die Rechnung weiter auf dem bisherigen Weg.
Kosten entstehen auf Seiten des Netzwerkpartners und je nach Programm auch beim Softwareabo. SIX selbst argumentiert mit dem Vergleich zum Postversand: «Der Fakturierungsprozess mit eBill ist billiger als der Postweg.»
Für wen es sich lohnt – und für wen nicht
Lohnt sich, wenn Sie viele Rechnungen an Privatpersonen oder an wiederkehrende Stammkunden stellen: Der Beleg landet dort, wo bezahlt wird, und der Rücklauf ist schneller als auf dem Postweg.
Lohnt sich weniger, wenn Sie wenige, grosse B2B-Rechnungen stellen oder überwiegend in die EU fakturieren. Dort führt der Weg eher über ein strukturiertes Format oder Peppol – eBill ist ein Schweizer Kanal.
Pflicht ist es nie. Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, die Schweizer Unternehmen zu eBill verpflichtet. Wer eBill nicht nutzt, schickt seine Rechnung weiterhin per Post oder als PDF mit Zahlteil.
Worauf Sie bei der Software achten
- Eigene eBill-Anbindung oder nicht? Manche Programme liefern direkt bei einem Netzwerkpartner ein, andere überlassen das Ihnen.
- QR-Rechnung und eBill getrennt prüfen. Die Angaben in unserem Vergleich stehen genau deshalb einzeln – mit Quelle und Prüfdatum je Programm, nach unserer Methodik.
- Stammdaten. eBill setzt saubere Kundendaten voraus; ein Programm, das Ihre Kundschaft ordentlich verwaltet, spart hier die meiste Arbeit.
Offizielle Quellen
- eBill – Übersicht, Nutzerzahlen und angeschlossene Finanzinstitute: ebill.ch
- eBill – Rechnungen senden, Anbindung über zertifizierte Netzwerkpartner: ebill.ch
- eBill – Netzwerkpartner im Überblick: ebill.ch
- SIX – Billing & Payments: six-group.com
Alle Angaben wurden am 15. September 2026 an den oben verlinkten Quellen geprüft.
Dieser Artikel ist allgemeine Information. Konditionen der Netzwerkpartner ändern sich – holen Sie Offerten direkt bei den Anbietern ein.